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GreenHouse Studierenden-Wohnheim - Construction21

GreenHouse Studierenden-Wohnheim - Construction21

GreenHouse Studierenden-Wohnheim
Bau / Renovierungskosten : 14 000 000 €
Funktionelle Einheit : 256 Wohnungen
Kosten/m² : 1 420 €/m2
Kosten/Wohnungen : 54 688 €/Wohnungen
Moderiert von : C21 France La redaction
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​RESSOURCHEN
Aus wirtschaftlichkeitsgründen musste das Gebäude in Betonbauweise mit einer Vollwärmeschutzfassade umgesetzt werden. Durch einen alternativen Bebauungsvorschlag, abweichend von den ursprünglichen Vorgaben des Masterplanes konnte ein kompakterer Baukörper umgesetzt werden, der die bebaute Fläche reduziert, gleichzeitig eine bessere Besonnung der Bewohnerzimmer auf der Hofseite gewährleistet und bei gleicher Fläche mehr Wohnnutzfläche und weniger Erschließungsflächen bietet.
Die Kompaktheit der Baukörper und der klare statische Konstruktionsraster über alle Geschoße, der Einsatz von Halbfertigteilen, Fertigteilen und Elementdecken im Rohbau sowie das flächenoptimierte Erschließungssystem ermöglichen trotz hoher Ausstattungsqualität und ausgezeichneter energetischer Werte, moderate Baukosten. Professionelle Qualitätssicherung und Prozessbegleitung in der Ausführungsplanung sowie bei der Bauausführung durch die Projektsteuerung trugen wesentlich zur Nachhaltigkeit bei.
Die Regenwässer werden über Versickerungskörbe in einem Erdkern am Bauplatz versickert. Der Wasserverbrauch wird durch Durchflussbegrenzer reduziert und durch Armaturen mit erweitertem Kaltwasserbereich, da die Anforderung für Warmwasser die in Studentenheimen überdurchschnittlich hoch ist, entscheidend reduziert.
ENERGIEKONZEPT
Seit mehr als 10 Jahren werden sämtliche Studierenden-Wohnheime der OeAD-WV nur noch im Mindeststandard Passivhaus nach den Richtlinien des Passivhaus Institutes Darmstadt errichtet.
Eine hochgedämmte, möglichst wärmebrückenfreie und luftdichte Gebäudehülle sowie eine Komfort-Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung sind die Grundvoraussetzungen für Erreichen des Passivhau-Standards.
Um die Vorgabe Null-Energie-Standard zu erreichen wurde ein zentrales Lüftungsgerät mit 2 parallel angeordneten Rotationswärmetauschern mit Wärme- und Feuchterückgewinnung und speziellen Filter entwickelt, um den Energieverbrauch zu reduzieren. Im Zuge des Forschungsprojektes konnte die Lüftung bedarfsgesteuert ausgeführt werden und so der Energieverbrau reduziert werden. Die Deckung des Restwärmebedarfs erfolgt über die Fernwärme Wien.
Die Warmwasserbereitung erfolgt ebenfalls über die Fernwärme Wien.Mittels Wasserspararmaturen mit einem erweiterten Kaltwasserbereich (Kaltwasser in der Mittelstellung) soll der Warmwasserverbrauch, der in den Häusern der OeAD-WV aus Erfahrung überdurchschnittlich hoch ist, reduziert werden.
Auf den Flachdächern wurde eine größtmögliche PV-Anlage installiert. Um die Überschüsse, die ins Netz eingespeist werden müssten, zu reduzieren, wurde im Zuge eines Forschungsprojekts ein Batteriespeicher-system im 2.UG installiert. Durch eine elektrische Leistungsmessung an der Hauswurzel kann der Überschuss gemessen und in das Batterie-System zwischengespeichert werden. In Zeitpunkten eines Energiedefizits an der Wurzel kann die Batterie in das Hausnetz entladen werden.
BESONDERE INNOVATIONEN
Drei Heimträger, die Österreichische Austauschdienst Wohnraumverwaltung (OeAD-WV), die Österreichische Jungarbeiterbewegung (ÖJAB) sowie die Wohnbauvereinigung für Privatangestellte (WBV-GPA) haben sich hier erstmals zusammengeschlossen, um in einem neuen Stadtteil ein zukunftsweisendes Projekt gemeinsam zu verwirklichen – ein hocheffizientes Passivhaus für 313 österreichische und internationale Studierende. Durch die drei unterschiedlichen Heimbetreiber ist eine interessante Durchmischung der BewohnerInnen und damit auch ein wichtiger Impuls für den neuen Stadtteil zu erwarten. Die WBV-GPA hat dabei auch die Funktion des Bauträgers und Errichters übernommen.
GreenHouse war zum Zeitpunkt seiner Eröffnung das weltweit erste zertifizierte Passivhaus Plus (PHI) Studierenden-Wohnheim begleitet von einem Forschungsprojekt zu Stromspeicherung und Monitoring von Energieverbräuchen.
In 15 Referenzzimmern, 5 in jedem Bauteil, erfolgt ein erweitertes Monitoring mit verschiedensten Messungen. Zur genauen Kontrolle der Energiebilanz des Gebäudes werden geeichte Wärmemengenzähler, Energiezähler, Stromzähler und Wasserzähler, Temperaturfühler, Fensterkontakte, Feuchtefühler, etc. im Gebäude verteilt eingesetzt. Die Zähler sind mit Bus-Modulen ausgestattet und kommunizieren direkt mit der Gebäudeleittechnik (GLT).Die Abwicklung des Forschungsprojektes wird durch ASCR (Aspern Smart City Research) und Siemens durchgeführt.
FLEXIBILITÄT
Alle Formen von temporären Wohnen sind möglich. Auf Grund des vielfältigen Raumangebotes (Einzelappartements, Doppelzimmer, Wohngemeinschaften für 2 – 4 Personen in verschiedenen Ausstattungskategorien) nutzbar für fast alle Nutzergruppen. Durch die Anordnung der 3 Baukörper und die Verteilung von Gemeinschaftsräumen auf alle Baukörper ist auch eine Mischung von Nutzergruppen möglich. Die gesamte Erschließung im Gebäude und die Mehrheit aller Zimmereinheiten sind barrierefrei nutzbar daher ist auch eine Umnutzung als Seniorenappartements oder für betreutes Wohnen denkbar.
Zertifizierungssystem